Schinkel-Wettbewerb 2010 "Neue Alte Mitte Berlin"
Prof. Hilde Barz-Malfatti
Lehrstuhl Entwerfen und Siedlungsbau
engere Wahl

Kleider machen Leute

Der Platz in Berlins alter Mitte stellt einen zentralen Ort der Geschichte Berlins dar. Einst Gründungsort Berlins ist das Gebiet heute bauliches Zeugnis der jüngeren deutschen Geschichte. Dieser markante Raum soll durch das Einfügen eines „Wechselrahmens“ gestärkt werden.

Als Abschluss und Anfang der touristisch geprägten „Unter den Linden“ entsteht nun ein Platz als Gegenspieler zum Brandenburger Tor. Er schließt das städtebauliche Vakuum hinter der Museumsinsel und stärkt den Bahnhof Alexanderplatz als zentralen Ankunftsort in Berlin-Mitte. Der abgesenkte Platz dient als öffentlicher Ort, der vielfach bespielbar ist: Als Wasserbecken - mit Ablauf zur Spree, als Spielwiese oder Sandkasten, oder einfach nur als eleganter, großzüger Stadtplatz. Jede Nutzung ist auf dem neu geschaffenen Freiraum möglich.

Der Rahmen erhält den Freiraum im Zentrum und schafft den versammelten Gebäuden endlich eine entsprechende städtische Erscheinung, die ihren Dimensionen gerecht wird. Zur Spree schließt eine Blockrandbebauung den Platz ab, in der sowohl Büro- als auch Wohnnutzung denkbar sind, und deren Traufhöhen sich am Nikolaiviertel orientieren.

Ein umlaufendes Band von Terassen und Treppen bildet den Rahmen und ist Esplanade oder Tribüne - je nach Geschen im Zentrum. Sitzmöglichkeiten und der Schatten der Bäume laden zum Verweilen ein.

Eine neue Bedeutung bekommen vor allem die im Rahmen versammelten Objekte: Der Fernsehturm, die Marienkirche und das Marx-Engels-Denkmal. Sie stehen für die Zeitschichten des Ortes und bilden im Zusammenspiel ein Ensemble auf dem Platz.

Ein Bilderrahmen für Berlin. Eine neue Mitte für die Bürger Berlins.